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Deutsches Markeneis 2004: Wechselhafter Sommer brachte Eisabsatz zum Schmelzen


Köln, 6. April 2005 - Laut E.I.S. Eis Info Service der deutschen Markeneishersteller schmolz der Eisabsatz von industriell hergestelltem Speiseeis im vergangenen Jahr um 11,3 Prozent. Die Gesamtabsatzmenge lag in 2004 damit bei 498,0 Mio. Litern. Ursächlich dafür ist der sehr wechselhafte Sommer in 2004 und die Tatsache, dass die Branche das hervorragende Jahr 2003, das durch einen Jahrhundertsommer geprägt war, als Vergleich heranziehen muss. Die Verluste der Branche stellen sich somit deutlich stärker dar als es im Vergleich mit einem „normalen“ Jahr der Fall wäre.

Der Gesamtumsatz von deutschem Speiseeis lag bei 1,82 Mrd. Euro und somit um 14,2 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Im Durchschnitt verzehrte jeder Bundesbürger 7,4 Liter Speiseeis aus industrieller und gewerblicher Herstellung und damit genau einen Liter weniger als noch im Vorjahr.

Behaupten sich am besten: Die Multipacks
Der Absatzrückgang erstreckte sich über alle Sortimentsbereiche. Die Haushaltspackungen mussten im letzten Jahr zweistellige Einbußen hinnehmen, behaupten aber mit 257 Mio. Litern in der Menge nach wie vor über die Hälfte (51,6 Prozent) des Gesamtmarktes für sich. Wertmäßig entfällt auf sie ein Anteil von knapp 544 Mio. Euro oder 30 Prozent.

Erfreulich ist das Ergebnis des letzten Tertials: Bei der Dessertwahl an den Festtagen zu Weihnachten und Silvester haben die Verbraucher sich vermehrt für Eis entschieden: So wurden im Vergleich zum Vorjahr in den letzten vier Monaten 2004 mengenmäßig 4,4 Prozent mehr Haushaltspackungen abgesetzt.

Die Multipacks waren trotz des wechselhaften Wetters in 2004 fast gleich stark nachgefragt wie im Vorjahr: Mit 150 Mio. Litern bzw. 568 Mio. Euro haben die Multipacks einen Anteil am Gesamtabsatz von 30,1 Prozent und von 31 Prozent am Gesamtumsatz mit Speiseeis. Womit sich der Trend der letzten Jahre bestätigt: Multipacks werden von Jahr zu Jahr beliebter.

Die schmerzlichsten Verluste musste zum wiederholten Male das Segment der Kleinpackungen hinnehmen. Mit insgesamt
45,0 Mio. Litern (431 Mio. Euro) entfallen auf diesen Sortimentsbereich inzwischen nur noch 9,1 Prozent der Gesamtabsatzmenge. Wertmäßig kann dieses Segment jedoch knapp 24 Prozent des Marktes für sich behaupten.

Auch der Bereich der Gastronomieware musste Einbußen verkraften. In 2004 wurden 46 Mio. Liter im Wert von
279 Mio. Euro abgesetzt. Damit hält dieses Segment noch
9,2 Prozent am Gesamtabsatz und gut 15 Prozent am Gesamtumsatz von industriell hergestelltem Markeneis.

Wechselhaftes Wetter,
aber gleiche Geschmackspräferenzen...

Einer der Faktoren, der den Eisgenuss im letzten Jahr insgesamt zum Schmelzen brachte, war sicherlich das wechselhafte Wetter in den Sommermonaten 2004. Der Rückgang spiegelte sich in der gesamten Absatzmenge von deutschem Markeneis wieder. Die prozentuale Verteilung des Absatzes auf die einzelnen Segmente entspricht nahezu der des Vorjahres: hier kam es nur zu marginalen Verschiebungen.

Die Beliebtheit der einzelnen Produktkategorien hat sich also beim Verbraucher nicht verändert. Dies gilt auch für die insgesamt verzehrte Stückzahl an Kleinpackungen wie Eis am Stiel, Eistüten, Eisbecher und Eissandwiches. Hier ist die abgesetzte Menge in den letzten zehn Jahren fast unverändert geblieben, es hat lediglich eine deutliche Verschiebung innerhalb der Segmente von Kleinpackungen hin zu Multipacks stattgefunden. Eis am Stiel
& Co. sind beim Verbraucher also nach wie vor der Renner.

Trotz des vergleichsweise schlechten Abschneidens in 2004 bleiben die deutschen Markeneishersteller optimistisch, innovationsfreudig und werden die Eisliebhaber auch in diesem Jahr wieder mit vielen neuen Geschmacksrichtungen und kreativen Kompositionen eiskalt verführen.

Und sicherlich stellt sich nicht nur die Eisbranche die Frage: „Wann wird's mal wieder richtig Sommer?“

Redaktion:
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